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Tips zum Eigenbau

Eine Holzpuppe ist für wenig Geld schnell nachzubauen, wenn man ein Hochdruck-Plastik-Rohr mit einer Wandstärke von etwa 1cm nimmt. Der Durchmesser ist nicht wirklich wichtig. Die Wandstärke sollte aber zwischen 8mm und mehr liegen. Das dünne Klo-Plastik-Rohr reicht meiner Ansicht nach nicht.

Ich habe mir so ein Ding mit folgenden Bestandteilen gebaut:

Der Dummy steht an einem Holzpfosten in der Scheune. Unten ruht er auf einem Stück Balken, der am Holzpfosten festgeschraubt ist, am Holzpfosten sind 2 starke rund ausgeschnittene Bohlenstücke angeschraubt, in denen der Rundkörper mit Hilfe zweier Transport-Bänder gehalten wird. Um die Reibung etwas zu reduzieren habe ich 3 Filzstückchen (selbstklebende Stuhlbeinuntersetzer) in die Rundung geklebt. Knapp unterhalb des oberen Bandes ist diese Führung zu sehen. Der Dummy ist somit (schwer) drehbar gelagert, schwingt aber nicht. Das entspricht also in etwa einer alten Konstruktion, bei der der Holzstamm in den Boden eingegraben ist. Diese Konstruktion kann man auf einigen Bildern deutlich sehen.

Die Arme in meiner original Hongkong-Holzpuppe sind unterschiedlich hoch angebracht, der linke ist höher. Sifu Stauner hat seine Dummies so gebaut, daß die Arme auf gleicher Höhe sind. Das erreicht man leicht, indem man den Teil der Arme, die im Rundkörper sind, der Länge nach halbiert, und dann mit der flachen Seite kreuzen lässt.

Bei meiner Eigenbau-Variante habe ich diese unterschiedlich hohe Anordnung beibehalten: Damit kann ich an zwei unterschiedlich großen "Gegnern" üben.

Zu den Abmessungen:

  1. Alle Arme haben die Länge Handfläche-Ellbogenspitze. Hand auf dem Boden abstützen, dann bis zum Ellbogenspitz messen.
  2. Winkel: Beide Hände mit den Handflächen an den Hohlkörper legen, wobei sich die Handwurzeln berühren, und die Finger nach aussen zur Seite zeigen. Arme strecken, Ellbogen nach unten. Die Holzarme laufen dann genau unter den eigenen Armen. Die Armlöcher so anbringen, daß sich die Arme am Dummy-Körper fast berühren. Der Winkel der Dummy-Arme ist also spitz.
  3. Die Rundhölzer habe ich in dem Teil, der im Rundkörper steckt, quadratisch abgestemmt. Hinten schauen sie 5cm raus. Nach dem Einstecken bohrt man knapp ausserhalb des Dummy-Körpers Löcher durch die Arme, sodass man da einen Stift reinstecken kann, um das Herausziehen zu verhindern. Dazu kann man Holzdübel verwenden, weil die Belastung gering ist.
  4. Die Arme sind relativ eng eingepasst, und klappern nicht. Bei meinem Original haben sie deutliches Spiel gehabt.
  5. Der linke, niedrigere Dummy-Arm liegt auf Höhe meiner rechten Brustwarze, der rechte ist entsprechend höher. Diese Beschreibung ist natürlich ungenau, weil man unterschiedlich hoch steht, andererseits: Man sollte so stehen, daß es bequem ist, sonst ermüdet man zu schnell. Der Mensch bewegt sich nunmal auf ziemlich schwach gebeugten Beinen. Ausserdem kann man ja die Aufhängung variabel gestalten.
  6. Der mittlere Arm ist eine Armlänge (siehe 1) unter den beiden oberen Armen. Vom Boden aus ist dieser Arm 3Finger unter dem eigenen Nabel. Wenn ich meine rechte Handfläche mit Finger nach links auf den mittleren Arm lege, schließt mein rechter Ellbogen mit der Oberkante des linken Dummy-Armes ab.
  7. Das Knie kommt in Höhe des eigenen Knies, wobei der Ansatz natürlich etwas höher liegt. Das Schienbein geht ziemlich gerade nach unten. Das Knie ist etwa eine Unterarmlänge vom Stamm entfernt.
  8. Ich habe das Bein so gelagert, daß ich es etwas hochschlagen kann. Das erreicht man, indem der vordere Schlitz nach oben 4cm offen ist.
  9. Das Bein ist 9cm stark, der Teil der durch den Stamm geht, 6,5cm breit und 9cm hoch. Es wurde aus 2 Bohlen (9cm*4,5cm) zusammengeleimt und geschraubt. Ich habe jede Bohle im Überlappungsteil stärkemässig halbiert, dann die 4 Teile mit Kaltleim und 2 Schraubzwingen zusammengeleimt, anschliessend noch mit 4 Holzdüblen quer durch gesichert. Die Verbindung hält bisher sehr gut. Nachdem die Leimung trocken war, habe ich das Knie geformt.
  10. Der Kniewinkel ist 120°.
    Nach dem Zusammenleimen werden die Kanten abgeschrägt und die restlichen Kanten gerundet. (Der Schmerz beim Dagegenhauen bestimmt hier den Arbeitsaufwand)
  11. Die Holzteile des Dummy-Beines, der im Hohlkörper steckt und beim Hochschlagen stark beansprucht wird, ist durch Metallwinkel verstärkt.
  12. Beine aus Metallrohr empfehle ich nicht - schon weil ich nicht schweissen kann. Auch hier sind die Abmessungen nicht kritisch. Man möchte ein Knie haben, und einen Unterschenkel. Man drischt auch nicht mit maximaler Wucht dagegen, sondern man erarbeitet sich ein Bewegungsmuster.
  13. Es gibt im Internet alle möglichen Bauanleitungen mit Abmessungen. Nur - man sollte bedenken, daß Chinesen u.U. wesentlich kleiner sind, als wir Westeuropäer - oder auch nicht. Jedenfalls schadet es nicht, den eigenen Körper als Mass zu nehmen - andere Westeuropäer haben ähnliche Masse, und mit denen haben wir meist zu tun. Die Masse sind insgesamt eher unkritisch. Wer die Verhältnisse an meiner Puppe nachmessen will, kann das ja anhand der Fotos tun.

Schalldämmung:

In meiner alten Wohnung hatte ich meine Holzpuppe (Original) in einen Rahmen gestellt, der wiederum in einer Zimmerecke stand. Da es sich um einen Plattenbau aus den 70igern handelte, habe ich eine optimale Schalldämmung angestrebt. Das hat auch gut funktioniert - kein Mieter hat sich je (immerhin 15 Jahre lang) beschwert.

Hinter dem Körper des Dummy ist die Zimmerecke, rechts und links an der Wand sieht man die Befestigungsschuhe. Links unten sieht man mit etwas gutem Willen die Moosgummischicht zwischen Wand und Holzbrett, darüber Moosgummi und Befestigungsteil für den Rahmen. Beide senkrechten Pfosten sind oben und unten durch einen Balken fixiert.
Am linken Pfosten simuliert der Papierwickel ein weiteres Bein.

Der Knackpunkt liegt in der Übertragung vom Körperschall in das Mauerwerk. Das habe ich dadurch verhindert, daß zwischen Wand/Fussboden und Aufleger für den Rahmen 1cm Moosgummi gelegt wurde. Auf diesen an der Wand befestigten Holzbrettchen wurden dann, auch moosgummi-gelagert, die eigentlichen Befestigungen des Rahmens angeklemmt.
Das muss man sich so vorstellen: Ein Schuh mit Gummisohle kommt an die Wand, in den Schuh der Fuss, an dem der Rahmen befestigt wird, und der Socken um den Fuss wird durch eine weitere Lage Moosgummi realisiert. Der gesamte Dummy-Rahmen ist also auf Moosgummi gelagert.

Um das Klappern der Arme etwas zu dämpfen, habe ich in die Armlöcher etwas Bodenfilz reingelegt.

Mein Kunststoff-Dummy ist nicht schallgedämmt - er steht aber in einem Einzelhaus auf einer Waldlichtung. Natürlich hört man es schon ein wenig, wenn ich darauf trommle. Möglicherweise sollte man im Mietshaus Schaumgummi-Schnipsel in das Rohr einfüllen.

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